05.18.09

Die Familie und ihr Esel

Posted in Metaphern at 21:31 von admin

Es war einmal ein Ehepaar, das einen 12jährigen Sohn und einen Esel hatte.
Sie beschlossen zu verreisen, zu arbeiten und die Welt kennenzulernen. Zusammen mit ihrem Esel zogen sie los.

Im ersten Dorf hörten sie, wie die Leute redeten: “Seht Euch den Bengel an, wie schlecht er erzogen ist… er sitzt auf dem Esel und seine armen Eltern müssen laufen.” Also sagte die Frau zu ihrem Mann: “Wir werden nicht zulassen, daß die Leute schlecht über unseren Sohn reden.” Der Mann holte den Jungen vom Esel und setzte sich selbst darauf.

Im zweiten Dorf hörten sie die Leute folgendes sagen: “Seht Euch diesen unverschämten Mann an… er läßt Frau und Kind laufen, während er sich vom Esel tragen läßt.” Also ließen sie die Mutter auf das Lastentier steigen und Vater und Sohn führten den Esel.

Im dritten Dorf hörten sie die Leute sagen: “Armer Mann! Obwohl er den ganzen Tag hart gearbeitet hat, läßt er seine Frau auf dem Esel reiten. Und das arme Kind hat mit so einer Rabenmutter sicher auch nichts zu lachen!” Also setzten sie ihre Reise zu dritt auf dem Lastentier fort.

Im nächsten Dorf hörten sie die Leute sagen: “das sind ja Bestien im Vergleich zu dem Tier, auf dem sie reiten. Sie werden dem armen Esel den Rücken brechen!” Also beschlossen sie, alle drei neben dem Esel herzugehen.

Im nächsten Dorf trauten sie ihren Ohren nicht, als sie die Leute sagen hörten: “Schaut euch die drei Idioten mal an. Sie laufen, obwohl sie einen Esel haben, der sie tragen könnte!”

Fazit:  leb so, wie du es für richtig hältst und geh, wohin dein Herz dich führt…

Metapher vom Seestern

Posted in Metaphern at 20:43 von admin

Ein alter Mann läuft an einem Meeresstrand entlang. Das Wasser zieht sich langsam für die Ebbe zurück. Da sieht er vor sich einen jüngeren Mann, der etwas vom Strand aufhebt und ins Meer wirft. Zunächst denkt sich der alte Mann, das es sich wohl um Muscheln handeln müsste oder Steine. Aber als er näher hinzu kommt, sieht er, dass der junge Mann Seesterne aufhebt und sie zurück ins Meer wirft. Darauf hin spricht er den jungen Mann an, was er da tue. Dieser sagt: “Ich rette den Seesternen das Leben.” Der alte Mann schaut sich um und sagt: “Aber siehst Du nicht wie unendlich lang dieser Strand ist - Du kannst gar nicht alle Seesterne retten. Was du tust, macht also gar keinen Unterschied.” Der junge Mann antwortet: “Es stimmt, ich kann sie nicht alle retten.” Er bückt sich und hebt einen weiteren Seestern auf und wirft ihn ins Meer. “Aber für diesen einen macht es einen großen Unterschied.”

05.05.09

Der Sprung im Krug

Posted in Metaphern at 20:43 von admin

Es war einmal ein Wasserträger in Indien. Auf seinen Schultern ruhte ein schwerer Holzstab,
an dem rechts und links je ein großer Wasserkrug befestigt war. Nun hatte einer der Krüge
einen Sprung. Der andere hingegen war perfekt geformt und mit ihm konnte der Wasserträger
am Ende seines langen Weges vom Fluss zum Haus seines Herren eine volle Portion Wasser
abliefern. In dem kaputten Krug war hingegen immer nur etwa die Hälfte des Wassers, wenn er
am Haus an kam. Für volle zwei Jahre lieferte der Wasserträger seinem Herren also einen vollen
und einen halbvollen Krug. Der perfekte der beiden Krüge war natürlich sehr stolz darauf, dass der
Wasserträger in ihm immer eine volle Portion transportieren konnte. Der Krug mit dem Sprung
hingegen schämte sich, dass er durch seinen Makel nur halb so gut war wie der andere Krug.
Nach zwei Jahren Scham hielt der kaputte Krug es nicht mehr aus und sprach zu seinem Träger:
“Ich schäme mich so für mich selbst und ich möchte mich bei dir entschuldigen.” Der Wasserträger
schaute den Krug an und fragte: “Aber wofür denn? Wofür schämst du dich?” “Ich war die ganze Zeit
nicht in der Lage, das Wasser zu halten, so dass du durch mich immer nur die Hälfte zu dem Haus
deines Herren bringen konntest. Du hast die volle Anstrengung, bekommst aber nicht den vollen Lohn,
weil du immer nur anderthalb statt zwei Krüge Wasser ablieferst.” sprach der Krug. Dem Wasserträger
tat der alte Krug leid und er wollte ihn trösten. So sprach er: “Achte gleich einmal, wenn wir zum Haus
meines Herren gehen, auf die wundervollen Wildblumen am Straßenrand.” Der Krug konnte daraufhin
ein wenig lächeln und so machten sie sich auf den Weg. Am Ende des Weges jedoch fühlte sich der
Krug wieder ganz elend und entschuldigte sich erneut zerknirscht bei dem Wasserträger. Der aber
erwiderte: “Hast du die Wildblumen am Straßenrand gesehen? Ist dir aufgefallen, dass sie nur auf deiner
Seite des Weges wachsen, nicht aber auf der, wo ich den anderen Krug trage? Ich wusste von Beginn an
über deinen Sprung. Und so habe ich einige Wildblumensamen gesammelt und sie auf Deiner Seite des
Weges verstreut. Jedes Mal, wenn wir zum Haus meines Herren liefen, hast du sie gewässert. Ich habe
jeden Tag einige dieser wundervollen Blumen pflücken können und damit den Tisch meines Herren
dekoriert. Und all diese Schönheit hast du geschaffen.”

Glaubenssätze

Posted in Metaphern at 20:36 von admin

„Das darfst du nicht“, sagte der Vater. Gläubig blicke der Kleine zu ihm auf und ließ es sein.
„Dafür bist zu klein“, erklärte die Mutter. Respektvoll zog er sich zurück.
„Auch dies ist nicht gut“ erzog ihn der Vater.
„Und jenes nicht recht“, erzog ihn die Mutter.
„Wenn große Leute sprechen, sagen Kinder nichts“, ermahnte man ihn. Also schwieg er bescheiden.
„Gib dich nicht so dumm!“, rügte der Lehrer. Und der Junge ließ das Fragen.
„Er ist so linkisch und gar nicht gesprächig“, langweilten sich die Mädchen. Das munterte ihn gar nicht auf.
„Sitz nicht im Hause herum!, rügte der Vater.
„Was suchst du auf der Straße?“, rügte die Mutter.
„Er scheint mir verklemmt“, meinte der Arzt.
„Verschlossen!“, sagte der Lehrherr.
„Verträumt. Was soll aus ihm werden?“ „Kann ich nicht brauchen“, urteilte der Chef.
„Vergrämt mir die Kundschaft. Spricht kaum. Keinen eigenen Kopf. Fragt aber auch nichts. Seltsamer Kauz!“
„Organisch gesund!“ sagte der Arzt.
„Und war so ein hübsches Kind. Alles kümmerte sich um ihn: die Familie, die Schule, nichts fehlte ihm. Aber er wird mit dem Leben nicht fertig. Die Armen Eltern”, flüsterten die Nachbarn.

Die Perle und die Auster

Posted in Metaphern at 20:32 von admin

Eine Auster sah eine lose Perle, die in einen Felsspalt auf den Meeresgrund gefallen war.
Mit großer Anstrengung gelang es ihr, die Perle aufzufischen uns sie neben sich auf ein
Blatt zu legen. Sie wusste, dass Menschen nach Perlen suchen und dachte: Diese Perle
wird ihnen auffallen, sie werden sie nehmen und mich in Ruhe lassen. Als ein Perlentaucher
in die Nähe kam, waren seine Augen jedoch darauf trainiert, nach Austern zu suchen und
nicht nach Perlen, die auf Blättern lagen. Also griff er nach der Auster, die nun zufällig keine
Perle enthielt, und die echte Perle konnte in den Felsspalt zurückrollen.

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